„Fest der schönen Stimmen“, Szenen aus Opern von Mozart

Die Freunde der Kölner Oper e.V. hatten Mitglieder des Vereins und Opernbesucher zum Fest der schönen Stimmen eingeladen, bei dem auch traditionell der Offenbachpreis an ein junges Ensemblemitglied verliehen wird, das sich durch besondere künstlerische Leistungen ausgezeichnet hat. In diesem Jahr war die Wahl auf Rainer Mühlbach, den Leiter des Internationalen Opernstudios der Oper Köln und musikalischen Leiter der Kinderoper gefallen, der in dieser Funktion seit der Spielzeit 2012.13 an der Oper Köln tätig ist.

In seiner Laudatio hob der Vorsitzende des Vereins die großen Verdienste Rainer Mühlbachs hervor und betonte, dass dieser die Kriterien für die Verleihung des Offenbachpreises wie kein Zweiter erfülle. Obwohl schon vorgerückteren Alters sei er unglaublich jung geblieben und seine Begeisterung für die Kunst und für die Oper, vor allem aber sein bewundernswertes Engagement für die Kinderoper habe in nichts nachgelassen. Stationen einer ruhmreichen Musikerkarriere wurden noch einmal in Erinnerung gerufen.

Der festliche Opernabend im Staatenhaus war ganz Ensembleszenen aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet, die Stephan Steinmetz, der Chefdramaturg der Oper Köln, in seiner Moderation so humorvoll wie kenntnisreich in das Gesamtwerk Mozarts einordnete.  Nach der Ouvertüre zu Mozarts Oper Titus folgten das Quartett Andrò ramingo e solo aus Idomeneo, das Sextett Sola, sola in buio loco aus Don Giovanni, das Sextett Alla bella Despinetta aus Così fan tutte, das Quartett Ach Belmonte aus Die Entführung aus dem Serail und schließlich als großer Höhepunkt nach der Pause das Finale des 2. Aktes Esci omai garzon malnato aus Le nozze di Figaro. Begleitet von dem wunderbaren Gürzenich-Orchester unter der Leitung vonRuben Dubrovsky sangen und spielten vierzehn Mitglieder des Kölner Ensembles ganz herrlich und bewiesen, dass die große Mozarttradition der Oper Köln mit dem legendären Mozart-Zyklus von Ponnelle keineswegs ihr Ende gefunden hat. Kölns Opernintendant Hein Mulders betonte dies in seiner  Ansprache zu Beginn der Veranstaltung zu Recht und wies darauf hin, dass der Mozartabend auch eine Reverenz an den Offenbachpreisträger darstelle, da dieser gerade als Mozartdirigent Großartiges geleistet habe und noch immer leiste.

Gaststar des Abends war die junge italienische Sopranistin Selene Zanetti, die im November dieses Jahres in Zagreb als Norma in Bellinis gleichnamiger Oper zu hören ist und  im Januar 2026 als Butterfly an der Semperoper in Dresden auftritt, bevor sie dann im März in Köln als Gräfin in Le nozze di Figaro zu erleben sein wird und im April 2026 als Liu  an der Mailänder Scala ihr Hausdebüt gibt. Zusammen mit dem Preisträger Rainer Mühlbach am Klavier interpretierte sie Mozarts große Konzertarie KV 505 mit herrlichem Legato und perlenden Koloraturen. Der Beifall des begeisterten Publikums galt beiden Interpreten im gleichen Maße, fiel beim großen Schlussapplaus für alle Beteiligten aber besonders herzlich für  Rainer Mühlbach aus, dem die Auszeichnung mit dem Offenbachpreis von allen Besucherinnen und Besuchern dieses stimmungsvollen Opernabends ganz offensichtlich von Herzen gegönnt wurde.

Norbert Pabelick, 11. November 2025

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Fest der schönen Stimmen
Szenen aus Opern von Mozart

Oper Köln

Dirigat: Rubén Dubrovsky
Gürzenich-Orchester