Querelen um die Vertragsverlängerung des Kölner GMD F.X. Roth

Statement der „Opernfreunde Köln“ zum Artikel von Dr. Markus Schwering und Kommentar von Martin Oehlen im KStA vom 10.4.2018 (Texte siehe unten)

Ganz unten  der Artikel des KStA über die Stellungnahme der Opernfreunde Köln

Die „Freunde der Kölner Oper“ haben die angeblichen Querelen um die Vertragsverlängerung des GMD Francois Xavier Roth mit Bedauern, aber auch mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Denn die Fakten sprechen für sich. Unter der Intendanz von Frau Dr. Birgit Meyer hat die Oper trotz der Interimssituation mittlerweile eine Auslastung von weit über 80 % erreicht, die Abonnentenzahlen steigen, internationale Opernstars, Regisseure und Dirigenten freuen sich, an der Kölner Oper gastieren zu können, und nicht zuletzt die Kooperationsangebote renommierter nationaler und internationaler Opernhäuser (Bregenz, Lausanne, Wien, München etc.) signalisieren die Wertschätzung, die unserer Intendantin und dem ganzen Opernteam entgegengebracht werden. Frau Dr. Meyer ist es seit ihrem Antritt als Intendantin gelungen, die Oper aus einer prekären finanziellen Schieflage herauszuführen und damit Spielraum für kreative Produktionen und interessante künstlerische Projekte vor allem auch in der Kinderoper zu gewinnen.

Die Zusammenarbeit der „Freunde der Kölner Oper“ mit Frau Dr. Birgit Meyer und ihrem Team ist vorbildlich und von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Dies ist auch ein Grund dafür, dass der Verein in den letzten beiden Jahren zahlreiche neue Mitglieder und Sponsoren (u.a. die „Pandion AG“) gewinnen konnte. Eine Großspende in Höhe von 500 000,00 Euro haben wir dem Umstand zu verdanken, dass der Sponsor durch seine finanzielle Zuwendung ausdrücklich die hervorragende künstlerische Arbeit Frau Dr. Meyers und ihres Teams sowie die vorbildlichen theaterpädagogischen Initiativen der Kölner Oper im Bereich der Kinderoper und der Betreuung demenzkranker Menschen würdigen wollte. Die „Freunde der Kölner Oper“ sind stolz darauf, die jungen Sängerinnen und Sänger des „Internationalen Opernstudios der Oper Köln“ finanziell unterstützen zu können, da sie Seele und Rückgrat der Kinderoper sind.

Es wäre in unseren Augen völlig unverständlich, würde der Aufschwung der Kölner Oper durch personalpolitische Entscheidungen in Frage gestellt, die jeder sachlichen Grundlage entbehren. In schwierigen Zeiten und unter schwierigsten Bedingungen hat das Kölner Opernteam mit beispiellosem Engagement und größtem Einsatz die Oper in Köln nicht nur am Leben gehalten, sondern das Experiment im StaatenHaus zu einer Erfolgsstory werden lassen. Die Kulturstadt Köln braucht für eine lebendige Kultur eine lebendige Oper. Wenn man jetzt nach dem Motto „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“ auf eine Weiterbeschäftigung Frau Dr. Meyers als Intendantin verzichten wollte, so wäre dies unter künstlerischen, juristischen, finanziellen, aber vor allem auch menschlichen Gesichtspunkten ein Tiefpunkt im Kulturleben dieser Stadt. Frau Dr. Meyer und das Opernteam haben nicht Gegenwind und unsachgemäße Kritik verdient, sondern Anerkennung und nachhaltige Unterstützung. Es ist schon ein Hohn, dass offensichtlich nach Ansicht mancher Entscheidungsträger dieser Stadt ein neuer Intendant das Haus am Offenbachplatz eröffnen und damit die Früchte ernten soll, die er den größten Mühen anderer zu verdanken hat.

Wir als „Freunde der Kölner Oper“ hoffen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unserer Intendantin, Frau Dr. Birgit Meyer, und dem ganzen Opernteam.

Norbert Pabelick (1. Vorsitzender der „Freunde der Kölner Oper“)
Markus Ulrich (2. Vorsitzender der „Freunde der Kölner Oper“)
Dr. Heinrich Kemper (Vorstand der „Freunde der Kölner Oper“)

Artikel von Markus Schwering im KStA vom 10.4.2018:

ZUKUNFT DER KÖLNER OPER: Ende der Harmonie

Zerwürfnis zwischen Intendantin Birgit Meyer und Generalmusikdirektor François-Xavier Roth

Das Verhältnis kann eigentlich nur besser werden. „Sie haben sich entliebt“, es „fehlt an Vertrauen und Wertschätzung“ – das sind zwei Formulierungen, denen man in der Kölner Kulturszene derzeit begegnet, wenn man nach dem Verhältnis von Opernintendantin Birgit Meyer und Generalmusikdirektor François-Xavier Roth fragt.

Die Sache ist heikel genug, denn die Verhandlungen zwischen Roth und Oberbürgermeisterin Henriette Reker über eine Verlängerung seines Vertrages – der bestehende läuft mit Ende der Spielzeit 2019/20 aus – treten nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in diesen Tagen in die entscheidende Phase. Und weil niemand an einem vorzeitigen Scheitern schuld sein will, fallen die Antworten auf einschlägige Fragen zurückhaltend aus.

Erst recht will keiner der Auskunft Gebenden – sei es aus der Politik und der Stadtverwaltung, sei es aus Kreisen rund um das Gürzenich-Orchester oder die Oper – seinen Namen in der Zeitung lesen. Reker ließ mitteilen, sie äußere sich „grundsätzlich nicht zu laufenden Vertragsverhandlungen“. Meyer erklärte lediglich: „Ich öffne stets alle Türen für eine gute Zusammenarbeit mit François-Xavier Roth.“ Roth selbst war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

So oder so ergeben die Recherchen bei voneinander unabhängigen Quellen ein so eindeutiges Bild, dass sich Zweifel am – schlechten – Stand der Dinge erübrigen. Und es geht dabei eben nicht um verbesserte Bezüge, auf die Roth nach der gehaltlichen Höherstufung der Gürzenich-Musiker (wir berichteten) tatsächlich Anspruch zu haben scheint. Es geht zentral auch nicht um eine Neujustierung der Kompetenzen an der Oper. Roth will vielmehr, wie zu hören ist, überhaupt nicht mehr mit Meyer zusammenarbeiten und macht die baldige Ablösung der Opernintendantin zur Bedingung für die Vertragsverlängerung.

Diese Bedingung – manche Beobachter sprechen von „Erpressung“ – hat es in sich: Meyers Vertrag läuft noch bis 2022, eine vorzeitige Entbindung wäre juristisch schwierig und für die Stadt auf jeden Fall teuer – zumal Meyer jüngst noch ihren Willen bekundet hat, bis zum Auslaufen ihres Vertrags auf dem Opernchefsessel zu bleiben. In diesem Fall müssten Roth und Meyer sich noch vier Jahre lang arrangieren – so eben nicht ein Teil vorher hinwirft.

Nun wäre es im Prinzip möglich, den Konflikt zu beenden, indem man dem französischen Maestro die Erfüllung seiner Wünsche verweigert und ihn nach dem Motto „Wer nicht will, der hat schon“ ziehen lässt. Dieser Lösung stehen allerdings gewichtige Argumente entgegen: Das kulturelle Köln wird bundesweit und international derzeit um relativ wenig beneidet – um seinen Generalmusikdirektor aber auf jeden Fall.

Spielqualität und Ausstrahlung des Gürzenich-Orchesters haben sich unter seiner Ägide noch einmal verbessert – die Erfolgsträchtigkeit dieser Liaison zeigte jüngst wieder die Spanien-Tournee der Formation. Das Orchester frisst seinem charismatischen Chef aus der Hand und will ihn, wie eine Umfrage unter den Musikern ergibt, auf alle Fälle behalten. Die Roth-Fans im Ensemble sind dabei oft genug eingeschworene Meyer-Gegner, die die Intendantin für zweitklassig und ihrer Aufgabe nicht gewachsen halten.

Auch der Politik macht die Aussicht, Roth nach mehr als verheißungsvollem Start relativ rasch wieder zu verlieren, wenig Freude. Dass Köln Roth, Roth aber nicht unbedingt Köln braucht, weiß man dort ganz genau. Und die Perspektive, in enger zeitlicher Nachbarschaft eines überragenden GMD und vielleicht Bilder der Sammlung Corboud verlustig zu gehen und die Stadt damit erneut überregionalem Hohngelächter auszusetzen – sie schreckt durchaus.

So kommt von dieser Seite der Vorschlag, Meyer zwar nicht gleich in die Wüste zu schicken, aber Roth doch eindeutig zu signalisieren, dass man bereit sei, 2022 eine Neubesetzung der Opernleitung vorzunehmen und in diesem Sinne auch bald mit der Suche nach einem Meyer-Nachfolger zu beginnen. Saßen bislang zumal in CDU und FDP harte Meyer-Gegner, die keinen Hehl daraus machten, dass sie die Intendantin gerne lieber heute als

morgen loswürden, so scheint sich mittlerweile auch die SPD, in der die Intendantin bislang eine sichere Bank hatte, zu bewegen – dergestalt, dass man eben für 2022 einen Intendantenwechsel ins Auge fasst.

Bleibt die Frage nach dem Grund der „Entliebung“ zwischen Meyer und Roth. Die Eintrübung des zunächst ostentativ harmonischen Verhältnisses ist wohl auf das vergangene Jahr zu datieren. Im Sommer hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über Unmut an der Oper wegen Roths geringer Präsenz am Haus berichtet, über Probleme, mit ihm Termine für Proben und Sängervorstellungen zu finden. Roth verdächtigte daraufhin aufgebracht Meyer, die Sache an die Presse „durchgestochen“ zu haben. Das übrigens zu Unrecht, Meyer schweigt über diese personenbezogenen Dinge seit jeher wie ein Grab.

Wie man hört, ist sie freilich nicht sonderlich begeistert, für wichtige Besprechungen von Roth eigens nach Paris oder (früher) Freiburg „einbestellt“ zu werden. Sie fühle sich, kann man vernehmen, von Roth „gegängelt“ und „bevormundet“. Roth wiederum lässt, wie Beobachter zu Protokoll geben, an Meyer auch fachlich kaum ein gutes Haar, mokiert sich halbprivat, aber doch vergleichsweise unverhohlen über das in seinen Augen mäßige Niveau vieler Aufführungen am Kölner Haus.

Für den Fall, dass sich eine weitere Kooperation von Meyer und Roth als unzumutbar herausstellen sollte, böte sich prima vista kurz- oder mittelfristig folgender Ausweg an: Roth zieht sich aus der Oper zurück, die als Ersatz einen ersten Gastdirigenten engagiert, und konzentriert sich auf die Konzerte mit dem Gürzenich-Orchester. Indes ist zweifelhaft, dass der GMD diese Lösung akzeptiert: Er ist schließlich auch mit der Maßgabe nach Köln gekommen, hier seine bislang nicht so ausgeprägten Erfahrungen im Opernmetier zu vertiefen.

Zur Person: François-Xavier Roth

François-Xavier Roth, 1971 in Neuilly-sur-Seine in Frankreich geboren, ist Sohn des aus dem elsässischen Mülhausen stammenden Organisten Daniel Roth. Er ist seit 1. September 2015 Generalmusikdirektor der Stadt Köln und in dieser Position zuständig für die Auftritte des Gürzenich-Orchesters in Oper und Konzert. Sein aktueller Vertrag läuft bis 2020. Roth war zuvor Musikdirektor des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, für dessen Erhalt er sich (am Ende vergebens) eingesetzt hatte. Außerdem ist er Principal Guest Conductor des London Symphony Orchestra. Neben seiner Tätigkeit als Kölner GMD dirigierte Roth unter anderem das BBC Symphony Orchestra, das London Symphony Orchestra, die Wiener Philharmoniker, die Bamberger Symphoniker, das niederländische Radioorchester und das NHK-Sinfonieorchester in Tokio. In Köln wird er jetzt – Premiere ist am 29. April – die Neuproduktion von Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ leiten. (ksta)

Zur Person: Birgit Meyer

Birgit Meyer, 1960 in Köln geboren, ist seit der Spielzeit 2012/13 Intendantin der Kölner Oper. Sie trat die Nachfolge von Uwe-Eric Laufenberg an. In der Ära Laufenberg war Meyer stellvertretende Intendantin und Operndirektorin. Sie war zuvor tätig am Stadttheater Würzburg, an den Münchner Kammerspielen und am Tiroler Landestheater Innsbruck. Von September 1999 an war sie Mitglied der Direktion an der Volksoper Wien. In Meyers Amtszeit fällt die Entscheidung der Stadt, die für 2015 geplante Wiedereröffnung der sanierten Oper abzusagen. Meyers Vertrag ist 2016 verlängert worden und läuft bis 2022. (ksta)

Kommentar Martin Oehlen:

ZUKUNFT DER KÖLNER OPER / Kommentar / Ringen um den Generalmusikdirektor

Nicht um jeden Preis

VON MARTIN OEHLEN

Ringen um den Generalmusikdirektor

François-Xavier Roth ist ein musikalischer Glücksfall für Köln. Unter seiner Leitung hat das Gürzenich- Orchester viele Triumphe feiern können – im Konzertsaal wie im Opernsaal, in Köln und auf Tourneen im Ausland. Der Generalmusikdirektor hat in der Zeit seines bisherigen Kölner Wirkens so viele künstlerische Pluspunkte sammeln können, dass praktisch niemand in Zweifel zieht, wie wünschenswert eine Verlängerung seines in der Spielzeit 2019/20 auslaufenden Vertrages wäre. Nach allem, was rund um die aktuell ablaufenden Verhandlungen zu erfahren ist, zeigt sich die Stadt entschlossen, genau dieses Projekt zu verfolgen: die weitere Bindung des geschätzten Meisters an das Gürzenich-Orchester.

Roth selbst weiß um die große Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wird. Und das stärkt seine Verhandlungsposition sehr. So sehr sogar, dass er dem Vernehmen nach die Forderung aufstellt, Opernintendantin Birgit Meyer müsse vorzeitig das Feld räumen. Was die genauen Hintergründe für das Zerwürfnis der beiden ist, ist ungewiss. Die Anfänge waren ja noch von Harmonie geprägt. Mittlerweile aber, so sehen es Beobachter, habe eine Entfremdung stattgefunden.

Aber muss man dann derart in die Vollen gehen? Die Aufforderung, eine Intendantin vom Hof zu jagen, gehört jedenfalls nicht zu den üblichen Verhandlungspositionen eines Generalmusikdirektors. Über Birgit Meyers Leitungsqualitäten, die künstlerischen wie die innerbetrieblichen, mag es unterschiedliche Ansichten geben. Aber ihr Wirken in den letzten Monaten gibt keine Veranlassung, den mit ihr vor zwei Jahren verlängerten und bis 2022 laufenden Vertrag zu kündigen. Das wäre kulturpolitisch, juristisch, finanziell und menschlich ein Fehler.

Das müsste Roth bewusst sein. Und er wird auch wissen, dass bei Verhandlungen nicht alle Positionen durchzusetzen sind. Selbstverständlich ist es fatal, wenn die beiden Spitzenkräfte der Kölner Oper nicht vertrauensvoll Hand in Hand arbeiten. Daher müsste man womöglich sondieren, ob sich Roth auf die Konzerte mit dem Gürzenich-Orchester konzentrieren und für die Oper ein neuer musikalischer Leiter gefunden werden könnte.

Jedenfalls wäre es sehr zu begrüßen, wenn sich eine Kompromisslinie finden ließe. Denn dass Köln gerne mit Roth in die Zukunft ginge, steht außer Frage. Allerdings nicht um jeden Preis.

Artikel des KStA vom 11.4. über die Stellungnahme der Opernfreunde

Warnung vor „offener Saalschlacht“
KÖLNER OPER Verein stellt sich hinter Meyer, Kritik von der CDU

„Wir haben die angeblichen Querelen um die Vertragsverlängerung des Generalmusikdirektors François Xavier Roth mit Bedauern, aber auch mit Unverständnis zur Kenntnis genommen.“ Mit dieser Stellungnahme reagieren die „Freunde der Kölner Oper e.V.“ auf den Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ über das von unterschiedlichen Beobachtern konstatierte Zerwürfnis zwischen Roth und Opernintendantin Birgit Meyer. „Denn“, so der Vorsitzende Norbert Pabelick und Vorstandsmitglied Heinrich Kemper in einer Mitteilung an diese Zeitung, „die Fakten sprechen für sich. Unter der Intendanz von Frau Dr. Meyer hat die Oper trotz der Interimssituation mittlerweile eine Auslastung von weit über 80 Prozent erreicht, die Abonnentenzahlen steigen, internationale Opernstars, Regisseure und Dirigenten freuen sich, an der Kölner Oper gastieren zu können. Meyer sei es seit ihrem Amtsantritt gelungen, die Oper aus einer prekären finanziellen Schieflage herauszuführen und damit Spielraum für kreative Produktionen zu gewinnen, vor allem auch in der Kinderoper. Dieser Arbeit sei es zu verdanken, dass der Verein jüngst eine Großspende in Höhe von 500 000 Euro erhielt.

Bei der CDU sieht man die Leistung der Opernintendantin allerdings nicht so positiv. Dabei verweist Kultursprecher Ralph Elster vor allem auf die seinen Berechnungen zufolge geringen Einnahmen und die geringen Zuschauerzahlen der Bühne. Gleichwohl hofft er, dass sich Roth und Meyer zusammenraufen, eine „offene Saalschlacht“ dürfe es nicht geben. Es sei Aufgabe von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, „das zerschnittene Tischtuch wieder zusammenzunähen.“

Auch die SPD setzt darauf, dass Roth seinen Vertrag als GMD verlängert: „Wir wollen ihn in Köln halten.“ sagt Kultursprecher Klaus Schäfer. Allerdings betont er, dass man in Verhandlungen zur Sache reden müsse, aber nicht radikale personelle Forderungen stellen könne wie dies offenbar geschehen sei: „Das geht nicht.“

„Es wäre“, heißt es in dem Schreiben der Opernfreunde weiter, „in unseren Augen völlig unverständlich, würde der Aufschwung der Kölner Oper durch personalpolitische Entscheidungen in Frage gestellt, die jeder sachlichen Grundlage entbehren.“ Unter schwierigsten Bedingungen habe das Team das Experiment im Staatenhaus zum Erfolg geführt: „Wenn man jetzt nach dem Motto »Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen« auf eine Weiterbeschäftigung Frau Dr. Meyers als Intendantin verzichten wollte, so wäre dies unter künstlerischen, juristischen, finanziellen, aber vor allem auch menschlichen Gesichtspunkten ein Tiefpunkt im Kulturleben dieser Stadt.“

GMD Roth ließ auf Anfrage ausrichten, er werde sich während der laufenden Vertragsverhandlungen nicht äußern. Auch Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach lehnte eine Stellungnahme ab. (MaS, M.Oe.)